On-Page-Optimierung: 7 Mythen, die Skeptiker kennen sollten
Ihr habt wahrscheinlich schon genug SEO-Ratschläge gehört, die sich wie Zauberformeln anhören. Keyword-Dichte von exakt 2,7 Prozent? Title-Tags mit genau 60 Zeichen? Zeit für eine Realitätsprüfung.
Keywords müssen überall stehen
Der Mythos: Stopft eure Keywords in jeden Satz, jede Überschrift, jede Meta-Beschreibung. Die Realität sieht anders aus. Google versteht Kontext seit Jahren. Schreibt für Menschen, nicht für Algorithmen. Wenn ihr über "vegane Rezepte" schreibt, erkennt Google auch "pflanzliche Küche" oder "tierfreie Gerichte" als relevant.
Mehr Content bedeutet bessere Rankings
Nein. Ein 3000-Wort-Artikel ist nicht automatisch besser als 800 Worte. Was zählt: Beantwortet ihr die Suchintention vollständig? Ein präziser Text, der das Problem löst, schlägt jeden aufgeblähten Ratgeber. Die durchschnittliche Top-10-Seite hat zwischen 1200-1800 Wörter, aber Korrelation ist keine Kausalität.
Meta-Descriptions beeinflussen Rankings direkt
Google hat das mehrfach bestätigt: Meta-Descriptions sind kein Ranking-Faktor. Trotzdem sind sie wichtig. Warum? Sie beeinflussen die Klickrate. Eine relevante Description holt mehr Besucher – und das User-Verhalten wiederum sendet Signale an Google.
H1-Tags dürfen nur einmal vorkommen
HTML5 hat diese Regel längst überholt. Mehrere H1s sind technisch korrekt und schaden nicht. Trotzdem: Eine klare Hierarchie hilft Nutzern und Suchmaschinen. Praktisch nutzen die meisten Sites eine H1 pro Seite – aus strukturellen Gründen, nicht wegen SEO-Magie.
Interne Links mit exact-match Ankertexten ranken besser
Übertriebene Optimierung bei internen Links wirkt unnatürlich. Variiert eure Ankertexte. "Mehr zur technischen SEO" funktioniert genauso wie "unseren Leitfaden zur Crawlbarkeit". Google analysiert den umgebenden Text sowieso.
Bilder-Alt-Tags müssen Keywords enthalten
Alt-Texte existieren für Screenreader und Barrierefreiheit. Beschreibt, was auf dem Bild zu sehen ist. Wenn euer Fokus-Keyword natürlich passt – gut. Wenn nicht, lasst es. "Rotes Kleid mit Blumenmuster" ist besser als "Damenmode online kaufen günstig".
Ladezeit unter 2 Sekunden ist Pflicht
Schnellere Sites performen besser, richtig. Aber es gibt keinen magischen Schwellenwert. Eine Site mit 2,5 Sekunden und exzellentem Content schlägt eine 1,2-Sekunden-Seite mit dünnem Inhalt. Core Web Vitals messen relative Performance – ihr müsst nicht perfekt sein, nur konkurrenzfähig.
Die Wahrheit über On-Page-Optimierung ist weniger kompliziert als die Mythen-Sammlung vermuten lässt. Konzentriert euch auf Nutzer, technische Sauberkeit und relevanten Content.